Esad

Talente erzählen ihre Geschichte

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Esads Augen strahlten. Der 16-Jährige war total aufgeregt, denn im März 2016 ging es für ihn für vier Wochen auf die Philippinen. „Ich kann nur noch daran denken“, sagte er kurz vor seiner Abreise.

Dank des Auslandstipendiums von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung konnte er diese spannende Reise antreten und vor Ort ein Praktikum in einer Bank absolvieren. Unterkunft und Verpflegung wurden ihm dabei gestellt. Esads Familie musste lediglich 200 Euro zu dem Auslandspraktikum beisteuern.

Wie es zu dem Praktikum kam: Esad macht nächstes Jahr am Leibniz-Gymnasium in Essen sein Abitur, seine Noten sind sehr gut, er engagiert sich ehrenamtlich und interessiert sich fürs Reisen. „Ich wurde von meinem Studien- und Berufsorientierungslehrer auf das Programm aufmerksam gemacht. Sonst hätte ich nie auch nur darüber nachgedacht.“ Der lebhafte Junge brennt für Chemie und Sport, außerdem ist auch seine soziale Ader stark ausgeprägt. In der Schule unterstützt er jüngere Schüler, er ist Medienscout, in der Schülervertretung und Stufensprecher. In seiner Freizeit geht er zum Kickboxen oder spielt Fußball.

Esads Eltern stammen aus der Türkei, sein Vater ist Feuerwehrmann, seine Mutter medizinisch-technische Assistentin. Esads Traum ist es, Pilot zu werden. „Eigentlich hatte ich den Wunsch schon beiseitegelegt, weil ich dachte, das ist eine Nummer zu groß für mich. Auch mein Umfeld meinte, ich solle lieber etwas mit größeren Erfolgsaussichten machen. Außerdem kostet die Ausbildung ja auch nicht wenig. Aber als ich in der Sprechstunde meines Talentscouts meinen Traum vom Fliegen am Rande erwähnte, haben wir lange darüber gesprochen und jetzt bin ich wieder total motiviert. Ich möchte es auf jeden Fall wenigstens versuchen.“ Esads Talentscout hat ihm ein Telefongespräch mit einem Piloten organisiert. Ihm konnte er alle Fragen stellen, die ihm zu dem Thema auf der Seele brannten. Die beiden wollen auch weiterhin Kontakt halten.

Für sein Auslandspraktikum musste Esad das erste Mal eine Langstrecke fliegen. „Bisher kam ich nie weiter als bis in die Türkei“, sagte er vor dem Flug, lachte, und erklärte weiter: „Ich freue mich so sehr auf die Reise, ich könnte platzen vor Freude. Der Flug ist schon total aufregend für mich, dann geht es weiter in einem so weit entfernten Land. Ich freue mich, eine neue Kultur kennenzulernen und hoffe, dass ich viel lerne. Ich möchte mein Englisch verbessern und selbstständiger werden.“

Zwei Aufsätze musste Esad für die Bewerbung einreichen. Zum einen sollte er schildern, was er von dem Praktikum erwartet, zum anderen von seinen beruflichen Zielen berichten. Hinzu kamen sein Lebenslauf auf Deutsch und Englisch und ein Bewerbungsanschreiben. Es folgte ein Gespräch mit der Auswahlkommission. „Die haben teilweise sehr provokante Fragen gestellt, zum Beispiel nach meinen Fehlstunden gefragt. Aber ich habe einfach versucht, cool zu bleiben und war ehrlich.“ Und so hat es schließlich auch geklappt. „Meine Eltern haben mich erst veräppelt. Als ich dann verstanden hatte, was der Brief, den sie mir zeigten, bedeutet, bin ich total ausgeflippt. Ich beschäftige mich nur noch mit den Philippinen, das ist einfach ein Traum für mich.“