Fiona

Talente erzählen ihre Geschichte

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Fiona ist ein taffes Mädchen. Stylische Kurzhaarfrisur, verschmitztes Lächeln, selbstbewusstes Auftreten. Doch der Schein trügt: In ihrer Jugend musste sie schwere Zeiten durchmachen und auch heute, als junge Frau, steht Fiona vor vielen Hürden, die Unsicherheit in ihr hervorrufen. Fiona hat in ihrer Heimatstadt Bork die Grundschule besucht, danach wechselte sie auf eine Gesamtschule in Nordkirchen. Nach Stufe elf brach sie die Schule ab. „Ich hätte wiederholen müssen und hatte einfach keine Motivation mehr.“ Stattdessen startete sie ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Unfallklinik Dortmund-Nord und bewarb sich um eine Stelle als medizinische Fachangestellte. Seit dieser Zeit wohnt sie auch alleine. „Leider wurde ich für die Ausbildung nicht angenommen. Das hat mich auch wieder total demotiviert.“

Ich habe Glück, weil wir an unserer Schule einen Talentscout haben.

Fionas Eltern trennten sich als sie mitten in der Pubertät war. Für sie und ihre zwei Geschwister war der Umgang mit der neuen Situation zuhause schwer. „Zu meinem Vater haben wir keinen Kontakt mehr.“ Trotzdem blieb die Jugendliche ehrgeizig, sie wollte ihr Abitur nachholen. Und das macht sie nun am Lippe-Berufskolleg in Lünen. „Ich habe Glück, weil wir an unserer Schule einen Talentscout haben. Das hilft mir sehr. Denn ich habe gar keine Ahnung vom Studium. Aber so viele Fragen. Niemand in meiner Familie hat studiert.“  Talentscout Julia Eberlein von der Fachhochschule Dortmund motiviert die junge Frau und zeigt ihr die verschiedenen Wege ins Studium auf. „Ich hatte zum Beispiel ein Gespräch mit einer Sozialarbeiterin. Das war sehr aufschlussreich. Soziale Arbeit schließe ich nun aus bzw. bevorzuge ein Lehramtsstudium.“ Die Fächer stehen auch schon fest: Deutsch und Pädagogik. „Das sind auch meine LKs. Deutsch ist mein Lieblingsfach. In meiner Freizeit schreibe ich auch sehr gerne.“ Ihr Steckenpferd sind Romane. Ein von ihr verfasster Jugendroman wurde 2015 sogar veröffentlicht und sie durfte diesen auf der Leipziger Buchmesse vorstellen. In „Zeiten verändern dich“ verarbeitet sie auch die Trennung ihrer Eltern. „Das Schreiben hat mir geholfen.“

 

Für ihr Studium möchte Fiona gerne raus aus dem Ruhrgebiet. Am liebsten nach Göttingen. Denn das sei eine richtige Studentenstadt und ihre Tante lebt dort. Über die Studienfinanzierung macht sie sich jetzt schon Gedanken. „Ich hoffe auf BAföG. Dann werde ich nebenbei noch weiter irgendwo jobben und dann sollte es ausreichen. Ich bin froh, dass ich Julia habe, die das alles mit mir in Ruhe durchrechnet. Außerdem studiert ihre Schwester auch in Göttingen. Das heißt ich hätte auch dort direkt einen Ansprechpartner. Julia würde den Kontakt herstellen. Da habe ich wirklich Glück."