Hoa

Talente erzählen ihre Geschichte

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Hoa studiert Medieninformatik an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Bald macht er seinen Bachelor-Abschluss und möchte dann entweder noch seinen Master dranhängen oder direkt als IT-Berater durchstarten. „Ich mag es, mit Computern zu arbeiten. Der Studiengang macht mir Spaß und ist genau richtig für mich.“

„Ich habe spontan ein bisschen gespielt, weil dort ein Klavier stand. Ich war völlig überrascht, als Marcus mir dann ein Jobangebot als studentische Hilfskraft machte.“

Doch zu dieser Entscheidung kam er erst über Umwege. Hoas Familie ist wegen des Vietnamkrieges nach Deutschland geflohen. Seine zwei ältesten Schwestern wurden noch in der ehemaligen Heimat geboren, er und seine weitere ältere Schwester in Deutschland, genauer in Gelsenkirchen. Dort besuchte Hoa auch die Grundschule. Der damals sehr ruhige und schüchterne Junge bekam von seiner Grundschullehrerin nur eine Empfehlung für die Hauptschule. „Zum Glück hat mein Vater das nicht akzeptiert. Er hat mich trotzdem auf die Gesamtschule Berger Feld geschickt, damit ich, falls es klappt, mein Abi machen kann.“ Und es hat geklappt. Nach Startschwierigkeiten in der fünften Klasse und einer einwöchigen Schulsuspendierung wegen Störung des Unterrichts, veränderte sich Hoas Einstellung. „Ich wurde in der Grundschule gemobbt und war sehr eingeschüchtert, darauf habe ich mit Protest reagiert und war sehr frech. Ich dachte, ich kann eh nichts. Aber meine Klassenlehrerin an der Gesamtschule hat an mich geglaubt. Sie hat mich gerettet, könnte man sagen. Als ich nicht mit auf Klassenfahrt durfte, habe ich viel nachgedacht und von da an mein Verhalten komplett geändert.“

Er wurde vier Jahre in Folge Klassenbester, dann sogar Jahrgangsbester, knüpfte Freundschaften und wurde selbstbewusster. Dabei hat ihm auch sein Hobby, das Klavierspielen, geholfen. Seit seinem dreizehnten Lebensjahr nimmt Hoa Unterricht und komponiert mittlerweile auch selbst. „Dadurch, dass ich auch vor Publikum spiele, habe ich gelernt, offener und selbstsicherer zu sein.“

Nach seinem Abitur wollte Hoa „irgendwas im Bereich Informatik“ studieren. Er schrieb sich für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität Bochum ein. „Ich habe schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist. Alles war so groß und anonym, es gab wenig Kommunikation außerhalb des IT-Themas mit den anderen Studierenden und für mich ist das Zwischenmenschliche sehr wichtig, um mich wohlzufühlen.“

Er wechselte nach einem Semester an die Westfälische Hochschule. An seinem zweiten Tag dort wurde Hoa von Marcus Kottmann, heute Leiter des NWR-Zentrums für Talentförderung, in der Cafeteria angesprochen. Er saß gerade am Klavier. „Ich habe spontan ein bisschen gespielt, weil dort ein Klavier stand. Ich war völlig überrascht, als Marcus mir dann ein Jobangebot als studentische Hilfskraft machte.“ Bis heute macht Hoa seinen Job mit Freude und auch sein Klavierspiel konnte er dabei schon nutzen. Bei der Eröffnung des NRW-Zentrums für Talentförderung spielte er für die Gäste. „Ich hatte so ein Glück. Der Wechsel auf eine andere Hochschule hätte auch schiefgehen können. Aber ich mag meinen Studiengang und habe diesen tollen Job, der mir viel Spaß macht. Außerdem sitze ich damit an der Quelle bei den Talentförderern. Bei allen Fragen rund um Studium und Berufswahl bekomme ich hier Unterstützung und kann berufliche Netzwerke aufbauen. Jackpot“, sagt Hoa und lächelt zufrieden.

Hier kann man sehen und hören, was mit viel Disziplin zu erreichen möglich ist: www.facebook.com