Merve

Talente erzählen ihre Geschichte

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Schon seit ihrer Kindheit möchte Merve Ärztin werden. Für diesen Traum hat die fleißige Deutsch-Türkin, die aus einer klassischen Arbeiter-Familie stammt, gekämpft. Heute studiert sie Medizin und ist dabei sehr erfolgreich. „Seit ich denken kann, möchte ich Ärztin werden. Darum habe ich immer darauf hingearbeitet“, erzählt Merve. Heute studiert sie Medizin an der Universität Duisburg-Essen. Doch ihr Weg bis hierhin war steinig. Mit ihren Eltern, die beide aus der Türkei kommen, lebt Merve in Essen-Altenessen. Ihr älterer Bruder und sie sind in Deutschland geboren und sind die ersten Akademiker in der Familie. Merves Vater arbeitet als Metzger, ihre Mutter ist Hausfrau. Merve unterstützt ihre Eltern bei allem, was Zuhause anliegt, wichtige Dokumente auszufüllen, fällt dabei in ihren Aufgabenbereich.


„Ich habe mich für meinen Traum, Ärztin zu werden, in der Schule immer sehr angestrengt. Dafür musste ich mich vor Mitschülern aber oft rechtfertigen, die der Meinung waren, meine Eltern würden mich unter Druck setzen. Das stimmte nicht, trotzdem hat es mich verunsichert.“ Merve hat immer gerne gelernt und tut es bis heute. Das aufgeweckte Mädchen braucht große Aufgaben, um keine Langweile zu bekommen. „Die Semesterferien sind mir manchmal schon zu viel“, sagt sie und lacht.

 Das Unerreichbare ist für mich das Schöne. Durch die Talentförderung habe ich mehr Selbstbewusstsein bekommen...

Ihr Interesse für das Medizinstudium zeigte sie nicht nur durch ihren Ehrgeiz und sehr gute Noten, sondern auch durch ihre Pflicht- und freiwilligen Praktika im Krankenhaus und in einer Zahnarztpraxis. In der zehnten Klasse ging sie zum ersten Mal zum Talentscouting an ihrer Schule, dem Leibniz-Gymnasium in Essen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Talent bin. Das war ein schönes Gefühl und hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben. Ich konnte mir viele Tipps holen und wurde zu tollen Events im Bildungsbereich eingeladen. Das hätte ich sonst nie machen können.“

Die Talentförderung unterstützte sie auch bei ihrer Bewerbung für ein Schülerstipendium, das sie bei der Hildegard-Topel-Stiftung bekam. Auch nach dem Abitur blieb Merve mit ihrem Talentscout in Kontakt. „Ich habe dann nochmal Hilfe für eine Stipendienbewerbung bei der Hans-Böckler Stiftung bekommen, wo ich auch angenommen wurde. Das entlastet mich und meine Familie sehr. Ich bin so glücklich darüber. “ Zudem ist Merve heute auch Kontakt für andere Schüler aus dem Talentscouting, die sich für Medizin interessieren. Sie führt sie an der Uni herum und erzählt ihnen etwas über das Studium. „Das macht mir wirklich Spaß. Ich bin jetzt im zweiten Semester und liebe das Studium. Es ist absolut mein Ding. Nur, dass ich mich mittlerweile besonders für Kardiologie interessiere, obwohl ich am Anfang in die Pädiatrie wollte. Mal sehen, wo ich am Ende lande. Aber Ärztin werde ich auf jeden Fall mit Leidenschaft.“ Die Deutsch-Türkin mit der sozialen Ader und dem offenen Gemüt möchte vor allem Menschen helfen, ein Traum wäre für sie auch, als Kardiologin bei „Ärzte ohne Grenzen“ tätig zu werden. „Das Unerreichbare ist für mich das Schöne. Durch die Talentförderung habe ich mehr Selbstbewusstsein bekommen, mich nun auch daran zu trauen und meinen Träumen zu folgen.“