Phillip

Talente erzählen ihre Geschichte

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Phillips Lebenslauf ist bunt oder „verrückt“, wie er selber sagt. Auf der Realschule in seiner Heimatstadt Rheinberg fiel es ihm schwer, sich aufs Lernen zu konzentrieren. Die achte und neunte Klasse musste er wiederholen. Viele Lehrer*innen wollten, dass er die Schule verlässt, doch dann „bekam ich vom Schulleiter noch eine letzte Chance.“ Und diese Chance nutzte er und bekam sogar die Qualifikation fürs Abitur. Nach einem dreiviertel Jahr auf einem Berufskolleg in Moers, ist er „geflogen“. „Ich hatte einfach keine Motivation, weil ich nicht wusste, wofür ich das mache, ich hatte kein Ziel“, erklärt er heute.

Es folgten viele Nebenjobs: in einem Logistikunternehmen als Kommissionierer, im Baumarkt, als Pizzabote. Währenddessen schickte er einige Bewerbungen für eine Ausbildungsstelle ab, doch nichts funktionierte, bis er schließlich positive Rückmeldung vom Amtsgericht Duisburg bekam. „Die Ausbildung dort habe ich dann voll durchgezogen. Es hat mir Spaß gemacht und ich habe mit einer 1,4 abgeschlossen.“ Er hätte auch weiterhin dort arbeiten können, doch das reichte dem ehrgeizigen Rheinberger nicht. „Ich wollte unbedingt noch studieren. Ich hatte auf einmal einen riesen Ehrgeiz und Hoffnung, es schaffen zu wollen und zu können.“ Viele Mitmenschen rieten ihm ab, doch er hörte nicht darauf und machte an seinem ehemaligen Berufskolleg seine Fachhochschulreife nach. Ergebnis: Jahrgangsbester mit einer 1,2 als Abschlussnote. „Da haben meine Eltern doof geguckt“, sagt er und lacht.

Nun ist er endlich Student. An der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen studiert er Wirtschaft. „Ich kann es selbst kaum glauben. Und dann wurde ich auch noch zur Stipendienberatung eingeladen. Unfassbar.“ Gemeinsam mit seiner Stipendienberaterin von der Hochschule fand er heraus, welches Stipendium am besten zu ihm passt und sie unterstützte ihn beim Bewerbungsprozess. Nun ist er Deutschlandstipendiat. „Ich kann es nicht fassen. Das hätte ich nie geglaubt. Meine Beraterin hat mich sehr motiviert und das hat mir geholfen, an mich selbst zu glauben und mir den Druck genommen. Ich werde im Studium mein Bestes geben.“ Phillips Traum ist es, im Bereich Personalmanagement zu arbeiten. Vielleicht auch als Selbstständiger. Da der passionierte Hobbyfußballer nebenberuflich lange für eine Sicherheitsfirma bei der Ankunft von Flüchtlingen gearbeitet hat und heute bei einem „Mietwagenunternehmen“ (ein Taxiunternehmen) neben dem Studium jobbt, das eine Kooperation mit dem Flüchtlingsheim in seiner Stadt hat, ist er viel in Kontakt mit Geflüchteten aus Kriegsgebieten. „Mein Traum wäre es, einen großen Teil dieser Menschen in ein paar Jahren bei mir einstellen zu können bzw. auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln. Das würde mich sehr stolz machen.“