Salih

Talente erzählen ihre Geschichte

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„Wow, ein Stipendium bei der Studienstiftung des deutschen Volkes, das ist schon was ganz Besonderes“, meint Salih. In seinen Worten ist die Freude zu hören, die auch sein Gesicht widerspiegelt. Denn er hat das ersehnte Stipendium erhalten. Er, der Sohn türkischer Einwanderer. Er, der ehemalige Schüler einer Realschule und eines Berufskollegs. Er, der nicht mal im Traum daran gedacht hat, er könne Stipendiat sein. Seine Schule, das Berufskolleg Ost-West in Datteln, hat zum ersten Mal Schüler für das Stipendium vorgeschlagen. Salihs Noten sprachen schon immer für sich. „Ich hatte das Glück, nie viel lernen zu müssen und trotzdem sehr gute Noten zu bekommen.“ Sein Abitur mit den Leistungskursen Mathematik und Informatik absolvierte er mit einem Notendurchschnitt von 1,6. „Mein Realschulabschluss war noch besser, aber eigentlich hatte ich damals trotzdem vor, eine Ausbildung zu machen, um meine Familie finanziell zu unterstützen. Meine Eltern und Lehrer haben das nicht zugelassen. Jetzt bin ich froh darüber, denn nun habe ich die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln, beruflich und persönlich.“

Salih lebt mit seinen Eltern und seiner 15-jährigen Schwester in Recklinghausen, mit ihr teilt er sich ein Zimmer. Seine Mutter und sein Vater sind krank, „darum arbeitet mein Vater in der Diakonie, meine Mutter arbeitet gar nicht.“ Salih studiert nun IT-Sicherheit/Informationstechnik an der Ruhr-Universität Bochum. Im ersten Semester bezieht er BAföG. Durch das Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes kann er nun sorgloser in die Zukunft blicken, denn er wird finanziell und ideell unterstützt. „Ich freue mich sehr auf die Programmangebote der Stiftung, aber auch das Geld hilft mir sehr weiter. Als Erstes werde ich mir einen Laptop kaufen. Meiner ist über acht Jahre alt und das Netzteil ist kaputt, und das als Informatiker, das geht doch nicht“, meint er und lacht.

Um an das Stipendium zu kommen, brauchte es allerdings mehr als nur sehr gute Noten. Salih hat sich stets auch über den normalen Unterricht hinaus in der Schule engagiert. Er war unter anderem im Schülerrat und als Medienscout unterwegs. Auch seine Kreativität und seine bemerkenswerte Kommunikationsfähigkeit spielten bei der Entscheidung sicher eine Rolle. „Außerdem hatte ich Glück, dass wir einen Talentscout an unserer Schule haben. Dieser hat meine Bewerbung mit mir durchgeschaut und hat mir Tipps gegeben. Auch für das anschließende Gespräch mit der Jury. Und sie hat mir Mut zugesprochen, das war sehr viel Wert.“

Salih hatte bei der Auswahl zwei Einzelgespräche und musste dann in einer Gruppe von Bewerbern eine Präsentation halten. Kurze Zeit später kam die Zusage per Post. „Ich hab mich sehr gefreut, vor allem weil ich beim ersten Einzelgespräch ein eher schlechtes Gefühl hatte.“ Von 50 Bewerbern, die an dem Wochenende dort waren, wurden etwa zehn angenommen.

Salih möchte sein Stipendium nutzen, um in Ruhe und mit viel Engagement sein Studium zu absolvieren. Er strebt an den Master zu machen und dann zu promovieren. Anschließend möchte er in einer Führungsposition arbeiten, wo genau, das weiß er noch nicht: „Mir ist wichtig, mit Menschen zu arbeiten. Ich möchte nicht irgendwo im Keller sitzen und programmieren. Und ich erkläre anderen gerne Dinge, daher möchte ich als Leiter in einer Abteilung oder einem Unternehmen tätig werden.“

Bisher läuft es für ihn auch an der Uni ganz gut. „Ich muss das Lernen noch erlernen. Aber ansonsten habe ich mich auf jeden Fall für das richtige Fach entschieden.“