Vanessa

Talente erzählen ihre Geschichte

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Vanessa geht seit knapp anderthalb Jahren in die Sprechstunde des Talentscouts an ihrer Schule, dem Leibniz-Gymnasium in Essen. „Als ich das erste Mal in die Beratung gegangen bin, hatte ich noch gar keine Ahnung, was ich nach der Schule machen möchte. Unser Talentscout hat mir dann gezeigt, was ich überhaupt für Möglichkeiten habe, vieles war mir gar nicht bewusst“, erzählt die Jugendliche mit strahlenden Augen. Ihre Mutter arbeitet als Pharmazeutisch-technische Assistentin, ihr Vater ist Taxifahrer, beide stammen aus Vietnam. Beide haben studiert, doch konnten keinen ihren Abschlüssen entsprechenden Job finden. Vanessa lässt sich davon nicht beirren und möchte trotzdem studieren. Und jetzt weiß sie auch, in welche Richtung es gehen soll: „Auf jeden Fall liegen mir Geisteswissenschaften. Psychologie ist eine Option, aber auch Soziologie wäre für mich interessant. Ich habe ja noch zwei Jahre Zeit, um mich endgültig zu entscheiden. Auch wenn es mich manchmal beunruhigt, wenn alle schon genau wissen, wie es nach der Schule weitergehen soll. Die Gespräche mit meinem Talentscout helfen mir dann, mich nicht verrückt zu machen.“

Mein Talentscout hat mir gezeigt, was ich überhaupt für Möglichkeiten habe, vieles war mir gar nicht bewusst.

Mit ihren sehr guten Noten, ihrer aufgeschlossenen Art und ihrem sozialen Engagement stehen Vanessa viele Türen offen. Dies beweist auch ihr Schülerstipendium bei der START-Stiftung. „Ich war total aus dem Häuschen, als die Zusage kam. Das war vor knapp anderthalb Jahren, seitdem habe ich ganz viele Angebote von der Stiftung genutzt.“ Vanessa durfte Seminare an der Uni Hamburg besuchen, in den Sommerferien geht es für die Stipendiaten immer zehn Tage an die Nordsee, hier können sie verschiedene Kurse belegen und Sportangebote nutzen. Auch ihr geliebtes Modern Jazz und Contemporary Fusion Tanztraining kann sie sich durch das Stipendium weiter finanzieren. „Für mich ist Tanzen der ideale Ausgleich zur Schule.“ Doch START zahlt nicht für alles: „Ich bekomme 100 Euro im Monat und muss immer nachweisen, wofür ich das Geld ausgebe, aber das finde ich auch vollkommen okay“, sagt sie lächelnd.

Um das Stipendium zu bekommen, musste Vanessa einige Voraussetzungen erfüllen und einen Bewerbungsprozess durchlaufen: „Man musste einen Migrationshintergrund haben, der Notendurchschnitt musste bei mindestens 2,4 liegen, soziales Engagement spielte ebenfalls eine Rolle und die Eltern durften nur bis zu einer bestimmten Grenze Gehalt im Monat bekommen.“ Diese Voraussetzungen erfüllte Vanessa, nun musste sie nur noch die Bewerbungsrunden meistern. „Erst einmal musste ich ein Motivationsschreiben einreichen und alle Nachweise bezüglich meiner Lebenssituation. Dann musste ich einen Aufsatz schreiben und am Ende kam noch ein Auswahlgespräch, in dem ich nach verschiedenen, aktuellen politischen Themen befragt wurde. Ich war sehr aufgeregt, aber es hat sich gelohnt. Als die Zusage kam, war ich so glücklich.“

Dass sie das Stipendium bekommen hat, liegt auch an Vanessas sozialem Engagement als Sanitäterin und Nachhilfelehrerin sowie weiteren freiwilligen Aktivitäten an ihrer Schule. „Anderen zu helfen macht mir Spaß. Außerdem habe ich gerne etwas zu tun, das sinnvoll ist“, sagt die Schülerin.