Noah

Talente erzählen ihre Geschichte

Als einer von Zwölf ins begehrte Begabtenförderungswerk

In der Q1 hörte Noah zum ersten Mal vom NRW-Talentscouting als ein Lehrer das Programm in der Klasse vorstellte. Noah war interessiert, hatte aber noch keine wirkliche Vorstellung davon, was im NRW-Talentscouting genau passiert. „Ich dachte mir, ich gehe einfach mal hin und schaue, ob es etwas für mich ist“, erinnert er sich. Der erste Termin mit seinem Talentscout Spiridula Milioni von der Fachhochschule Bielefeld hat ihn direkt überzeugt und er war sich sicher, dass das NRW-Talentscouting ihm etwas bringt, wenn er länger dabei bleibt.

Viele Interessen machen die Berufswahl nicht einfacher

Noah ist in Preußisch Oldendorf (Ostwestfalen) aufgewachsen und ging auf das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Bünde. Seine Mitschüler*innen stammten aus ganz unterschiedlichen Elternhäusern. Noahs Eltern haben nicht studiert. Sein Vater arbeitet in der Werkzeugproduktion für die Automobilindustrie, seine Mutter ist Medizinische Fachangestellt und OP-Schwester. „Meine Eltern supporten mich, das ist gar keine Frage. Aber bezüglich der Berufswahl können Sie mir nur eingeschränkt Tipps geben. Sie haben keine Erfahrung mit akademischen Ausbildungen. Am Talentscouting hat mir von Anfang an gefallen, dass ich professionelle Beratung und Orientierung bekomme und alle Fragen stellen kann.“ Dass er studieren möchte, weiß Noah schon lange. Sein Notenschnitt war im sehr guten Bereich und das hat sich auch im Abitur nicht geändert: Er hat sein Abi mit einem Schnitt von 1,6 bestanden. Noahs Problem war es, dass er sich für so viele unterschiedliche Fächer und Themenbereiche interessiert. Deutsch, Englisch, Biologie und Geschichte sind nur einige. Welcher Beruf ist der richtige und welcher Weg dorthin der für ihn passende? Und wie schreibt man eine gute Bewerbung? Diese Fragen konnte Noah bei den regelmäßigen Terminen mit Talentscout Spiridula besprechen und herausfinden, was ihn am wirklich meisten interessiert.

Trainer und Mini-Lehrer

Schon neben der Schule hat Noah viel ehrenamtlich gearbeitet. Er ist Tischtennistrainer für Kinder und hat sich im teutolab engagiert. „Mein ehrenamtliches Engagement war immer wichtig für mich. Tischtennis ist ein sehr unterschätzter Sport. Den Kindern zu vermitteln, dass man Köpfchen braucht und Taktik eine große Rolle spielt, hat mir immer Spaß gemacht. Das teutolab-Netzwerk bietet Experimentiernachmittage im MINT-Bereich für Grundschüler an. Ich habe daran mitgearbeitet, den Kids die Welt der fünf Sinne nahezubringen. Ich war sozusagen ein Mini-Lehrer“, lacht Noah. Der Lehrerberuf lag deshalb nahe. Im Talentscouting stellte sich dann aber heraus, dass seine Leidenschaften doch woanders liegen. Journalismus war ebenfalls etwas, das Noah interessierte. Schon in der fünften Klasse, so erinnert er sich, hatte er einem Lehrer „Journalist“ als Berufswunsch aufgeschrieben, weil man „über viele interessante Dinge schreiben kann und in der Welt herumreist.“ Doch dieser Beruf blieb lange Zeit abstrakt. Im NRW-Talentscouting konkretisierte sich der Wunsch und wurde für Noah greifbar. Zusammen mit seinem Talentscout hat er mögliche Studiengänge recherchiert, sich die unterschiedlichen Schwerpunkte angeschaut und sich schließlich an mehreren Hochschulen in ganz Deutschland beworben.

2018 – ein ereignisreiches Jahr

Sein Talentscout Spiridula ermutigte ihn auch, sich für ein Stipendium zu bewerben. „Ich hatte mich vor dem Talentscouting noch nie damit beschäftigt, ich wusste nur, dass die wenigsten ein Stipendium bekommen. Mit meinem Talentscout habe ich mir unterschiedliche Stiftungen angeschaut und es stellte sich heraus, dass die Journalistische Nachwuchsförderung (JONA) der Konrad-Adenauer-Stiftung genau das Richtige für mich wäre. Also habe ich mich mit Unterstützung von Spiridula beworben, die mir immer Feedback gegeben hat, z.B. auf mein Motivationsschreiben und den Lebenslauf. Das war wichtig für mich und hat mir Sicherheit gegeben.“ Das Jahr 2018 wurde sehr ereignisreich für den Neunzehnjährigen. Nicht nur, dass er ein Spitzen-Abi gemacht hat, Noah  konnte auch noch ein zweiwöchiges Praktikum bei einem öffentlich-rechtlichen Sender in Hamburg machen, für das er sich zwei Jahre zuvor beworben hatte. Gleich von mehreren Hochschulen kam eine Zusage für einen Studienplatz. Noah entschied sich aufgrund der praktischen Ausrichtung für ein Journalistik-Studium an der TU Dortmund. Er ist freier Mitarbeiter zweier Tageszeitungen und kann dort das, was er an der Uni lernt, direkt praktisch anwenden.

„Ich dachte, dieses Stipendium bekomme ich nie.“

Parallel dazu kam die Einladung zur Auswahltagung der Journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung. „Die Auswahltagung war sehr hart. Man wurde auf Herz und Nieren geprüft, musste u. a. über Tagespolitik diskutieren und beweisen, dass man argumentieren kann. Als ich fertig war, hat mir der Kopf gebrummt und ich dachte, dieses Stipendium bekomme ich nie.“ Doch es kam eine Zusage und Noah ist heute einer von zwölf Stipendiat*innen, die 2018 in das Programm aufgenommen wurden. Besonders die ideelle Förderung ist Noah wichtig. „Die finanzielle Unterstützung ist beruhigend, aber das ideelle Förderprogramm der Stiftung ist Gold wert und wahnsinnig vielfältig“, so Noah, „ich kann interessante Seminare besuchen und mir dabei ein Netzwerk aufbauen. Das ist eine ideale Ergänzung zum Studium und gerade für angehende Journalisten extrem wichtig.“ Noah möchte auch während des Studiums den Kontakt zum NRW-Talentscouting nicht missen. „Es wird immer wieder Situationen geben, in denen ich professionelle Unterstützung gebrauchen kann. Das Talentscouting ist wie eine Stütze, die immer da ist.“