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Hier finden Sie Pressemittleilungen des NRW-Zentrum für Talentförderung.

Mehr als 150 Schulen aus NRW beteiligen sich bereits am bundesweit einzigartigen Talentscouting. Durch die intensive Kooperation von Schulen und Hochschulen wird leistungsstarken Schüler*innen insbesondere aus weniger privilegierten Familien eine individuelle Begleitung auf dem Weg in Ausbildung und Studium geboten. Talentscouts sind in den Kooperationsschulen (Berufskollegs, Gesamtschulen, Gymnasien) fester Bestandteil der individuellen Förderung zukünftiger Leistungsträger. Auf der Website des NRW-Zentrums für Talentförderung der Westfälischen Hochschule sind ab sofort alle teilnehmenden Schulen mit dem jeweils verantwortlichen Talentscout auf einer interaktiven Karte einzusehen.  

„Mit mehr als 150 Kooperationsschulen ist es in kürzester Zeit gelungen, gemeinsam neue Wege in der Förderung von engagierten Talenten zu beschreiten. Der Aufbau von Talentscouting-Teams an 17 Partnerhochschulen in ganz NRW wird diese einzigartige Dynamik weiter verstärken. Die Marke von 250 Kooperationsschulen ist bis Ende 2018 erreichbar, der Bedarf an offensiven Ansätzen zur Förderung bislang unentdeckter Talente ist offenkundig“, sagt Marcus Kottmann, Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung in Gelsenkirchen.

Leistung im Kontext erkennen

In Deutschland entscheiden oftmals nicht vorhandene Talente über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe. Hier setzt das NRW-Talentscouting an. Ein zentrales Ziel des Programms ist es, engagierten jungen Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen, Bildungsstand oder Nachnamen der Eltern. Die Talentscouts suchen Berufskollegs, Gesamtschulen und Gymnasien aktiv auf und führen dort Beratungsgespräche mit Oberstufenschülern*innen, die unter schwierigen Lebensumständen überdurchschnittliche Leistungen erbringen.

In der Schule Durchschnitt – im Leben Multitalent

Über Schulnoten sind viele Leistungsbereiche nicht abzubilden, die in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft von hoher Relevanz sind. „Talente bleiben häufig unentdeckt, die in der Schule durchschnittliche Noten bekommen, aber im Leben großartige Leistungen realisieren. Wer Zweien und Dreien ohne jede Lerninfrastruktur erreicht und sich neben der Schule täglich um Geschwister kümmert, Angehörige pflegt, sich ehrenamtlich engagiert oder jobbt, dem gebührt die Anerkennung und Aufmerksamkeit eines Einserkandidaten. Das gilt genauso für Jugendliche mit einem besonders ausgeprägtem Organisationsvermögen oder auch unternehmerischen Fähigkeiten. Für diese Begabungen gibt es kein Notensystem. Dabei brauchen wir diese Talente dringend“, sagt Suat Yılmaz, stellv. Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung und ursprünglich erster Talentscout an einer deutschen Hochschule.

 In zahlreichen Elternhäusern gibt es keinen Zugang zu den vielfältigen Möglichkeiten des Bildungs- und Ausbildungssystems. Die Folge, Jugendliche können ihre vorhandenen Talente nicht entfalten. An diesem Punkt setzt die Arbeit der Talentscouts an. Sie machen Talenten Mut, entwickeln Visionen für die berufliche Zukunft, zeigen Wege auf und schaffen hilfreiche Netzwerke. „Wir übernehmen eine Art Lotsenfunktion, um vorhandene Ausbildungsmöglichkeiten erfahrbar und erreichbar zu machen“, erklärt Suat Yılmaz.

Schulen im NRW-Talentscouting

 An welchen Schulen Talentscouts bereits gezielt Schülerinnen und Schüler in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium vor Ort fördern, ist auf der Website des NRW-Zentrums für Talentförderung der Westfälischen Hochschule einzusehen. Hier finden Sie auch Informationen dazu, welcher der landesweit über 60 Talentscouts der inzwischen 17 Partnerhochschulen an der Schule tätig ist. 

 Das NRW-Talentscouting

In Deutschland entscheiden oftmals nicht vorhandene Talente über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe. Hier setzt das NRW-Talentscouting an. Ein zentrales Ziel des Programms ist es, leistungsstarken jungen Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen, Bildungsstand oder Nachnamen der Eltern. Talentierte Jugendliche aus weniger privilegierten Verhältnissen werden ermutigt, sich ein Studium oder eine Berufsausbildung zuzutrauen und dabei unterstützt, diesen Weg erfolgreich zu bestehen. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) stellt dafür bis 2020 jährlich bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung. Im Herbst 2016 wurde das Talentscouting auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 17 NRW-Hochschulen an dem Programm (Hochschule Bochum, Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Dortmund, Fachhochschule Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Hochschule Ruhr West, Westfälische Hochschule, Fachhochschule Aachen, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Technische Hochschule Köln, Universität zu Köln, Hochschule Ostwestfalen-Lippe (stellvertretend für den Hochschulverbund Ostwestfalen-Lippe und die Universität Bielefeld, Fachhochschule Bielefeld und Universität Paderborn) und Bergische Universität Wuppertal). Eine Jury wählte diese Hochschulen in einem landesweiten Ausschreibungsverfahren aus.

 Hier geht es zur Karte "Schulen im NRW-Talentscouting"

Oft entscheiden familiäre Hintergründe über den Bildungsweg und nicht das Talent von Schülerinnen und Schülern – das wollen die Talentscouts ändern. Junge Menschen dabei zu begleiten, ihre beruflichen Interessen, Potenziale, Träume und Ziele zu entdecken und weiterzuentwickeln – das ist die Aufgabe der Talentscouts OWL. Es ist das erste große Projekt im Hochschulverbund Campus OWL. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 15. Mai wurden die weiterführenden Schulen aus dem Regierungsbezirk OWL über das Projekt informiert.

In kaum einem Land entscheidet die Herkunft so stark mit über die berufliche Zukunft der Kinder wie in Deutschland. Im Fokus der Talentscouts stehen deshalb besonders Schülerinnen und Schüler, die das Potenzial und die Motivation für ein Studium haben, die aber zum Beispiel aus nichtakademischen Familien kommen oder denen finanzielle Ressourcen fehlen. Das Talentscouting ist dabei ergebnisoffen – im Vordergrund steht eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Das Prinzip der Beratung ist individuelle kontinuierliche Förderung von der Schule über die Berufsausbildung oder das Studium bis zum Job.

Über die Möglichkeiten der Förderung durch eine Teilnahme im Talentscouting OWL wurden die eingeladenen Schulen heute im Rahmen der Auftaktveranstaltung informiert. Neben der Vorstellung des Projekts gab es auch eine Talk-Runde über die bisherigen Erfahrungen in der Förderung von Schülerinnen und Schülern im Ruhrgebiet sowie eine offene Fragerunde mit allen Projektbeteiligten. Ziel des Projekts ist es, Schülerinnen und Schüler von Gesamtschulen, Gymnasien und Berufskollegs ab der elften Klasse kontinuierlich bei der Studien- oder Berufsorientierung zu begleiten, dazu gehören zum Beispiel Themen wie Studienfinanzierung, Studienstart oder eine Unterstützung im Studienverlauf sowie das Vermitteln von Kontakten zu Studierenden. Talentscouts machen Mut, bieten berufliche Orientierung  und lotsen durch den manchmal undurchsichtigen Dschungel der Berufs- oder Studienorientierung.

Die Idee des NRW-Talentscoutings ist bereits 2011 an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entstanden. Mittlerweile gehen Talentscouts von 17 Hochschulen aus ganz NRW an Schulen und begleiten Schülerinnen und Schüler. „Ich freue mich, dass das Talentscouting nun auch in der Region Ostwestfalen-Lippe startet. Unser zentrales Ziel ist es, den Leistungsträgern von morgen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. In einem NRW-weiten Netzwerk unterstützen wir Jugendliche, sich ein Studium oder eine Berufsausbildung zuzutrauen. Diese Talente sind ein sozial- und wirtschaftspolitischer Gewinn für unsere Zukunft“, so Suat Yılmaz, Talentscout und stellvertretender Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung, der das Programm NRW-weit koordiniert. Nach den Sommerferien soll das mit zwei Millionen Euro vom NRW-Wissenschaftsministerium geförderte Projekt „Talentscouting OWL“ im Regierungsbezirk Detmold an interessierten weiterführenden Schulen dann offiziell starten.

Talentscouting OWL

Umgesetzt wird das Projekt Talentscouting OWL innerhalb des Hochschulverbundes Campus OWL. Im Projekt wirken die Universitäten Bielefeld und Paderborn, die Fachhochschule Bielefeld sowie die Hochschule OWL mit. „Das Talentscouting ist für Ostwestfalen-Lippe genau der richtige Ansatz, um langfristig Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern“, sagt Lisa Mellies, Koordinatorin des Projekts Talentscouting OWL.

Mehr Infos unter: http://www.talentscouting-owl.de/

Campus OWL

Die fünf staatlichen Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe (Universitäten Bielefeld und Paderborn, Fachhochschule Bielefeld, der Hochschule OWL sowie Hochschule für Musik Detmold)  haben sich Anfang 2016 zu einem Verbund zusammengeschlossen. Der Verein wurde mit dem Ziel gegründet, Kooperationen in infrastrukturellen Bereichen, in Forschung, Verwaltung und Lehre zu erweitern. Die ersten Projekte Integra (660.000 Euro Förderung) und Innovationslabor OWL (1,3 Mio. Euro Förderung) sind bereits an den Start gegangen.

Mehr Infos unter: http://www.campus-owl.eu/


NRW-Talentscouting

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) stellt für die Förderung gleicher Bildungschancen bis 2020 jährlich landesweit bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Idee des Talentscoutings ist 2011 an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entstanden. Im Herbst 2016 wurde das Talentscouting auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 17 Partnerhochschulen an dem Projekt. So können aktuell etwa 60 Talentscouts mehr als 3.700 Schülerinnen und Schülern begleiten.

Die Innovatoren von morgen sind bereits geboren – doch ihre Talente bleiben oft unerkannt. Bereits vor acht Jahren hat die Westfälische Hochschule als erste Hochschule in Nordrhein-Westfalen den Bedarf, Bildungsbiografien über Systemgrenzen hinweg zu gestalten, erkannt. Von der Schule über Studium oder Berufsausbildung bis in den Beruf werden Schüler*innen durch verschiedene Angebote kontinuierlich und individuell auf ihrem Weg unterstützt. Anfang Mai besuchte Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, das Ruhrgebiet, um mehr über das NRW-Talentscouting und das TalentKolleg Ruhr in Herne der Westfälischen Hochschule zu erfahren.

„Für uns gehört die offensive Talentförderung in unserer durch Strukturschwäche geprägten Region neben Lehre, Forschung und Studium zu den zentralen Aufgaben der Hochschule. Unsere selbstauferlegte Aufgabe ist und bleibt, mit Talenten frühzeitig ein Ziel zu entwickeln und vorzubereiten, während des Studiums oder der Berufsausbildung zu begleiten und zu motivieren und zusammen den Übergang in den Beruf zu gestalten“, sagte Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule. Zu diesem Zweck bietet die Westfälische Hochschule vielfältige, ineinander greifende Instrumente und Programme an.

Das besondere Interesse von Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka galt den Projekten NRW-Talentscouting und dem TalentKolleg Ruhr in Herne. Hierzu sprach die Bundesministerin mit an den Programmen

teilnehmenden Jugendlichen, den Talenten, wie auch den Projektverantwortlichen. „Berufliche Bildung eröffnet Lebens- und Aufstiegschancen für alle in unserer Gesellschaft. Noch nie waren die Möglichkeiten so gut wie heute! Damit auch im Ruhrgebiet alle jungen Menschen ihre Bildungschancen nutzen können, muss der Übergang von der Schule in die Ausbildung noch besser werden. Hier ziehen die Talentförderung und das Bundesbildungsministerium (BMBF) am gleichen Strang“, freut sich Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.

NRW-Talentscouting – Teilhabe organisieren, Potenziale entfalten, Talente fördern

2011 startete das NRW-Talentscouting an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Was mit einem Talentscout an einer Hochschule losging, hat sich seither dank der Unterstützung des Landesministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung auf 17 Hochschulen mit etwa 60 Talentscouts in ganz NRW ausgeweitet. „Zentrales Ziel des Programms ist es, den Leistungsträgern von morgen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen, Bildungsstand oder Nachnamen der Eltern. Heutige Investitionen in Bildung sind ein sozial- und wirtschaftspolitischer Gewinn für die Zukunft“, erklärt Suat Yılmaz, stellvertretender Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung in Gelsenkirchen. Talentierte Jugendliche aus weniger privilegierten Verhältnissen werden ermutigt, sich ein Studium oder eine Berufsausbildung zuzutrauen und dabei gefördert, diesen Weg erfolgreich zu bestehen. Bereits jetzt bieten mehr als 150 Schulen (Gesamtschulen, Berufskollegs und Gymnasien) Schüler*innen mit der Unterstützung von Talentscouts eine professionellere, nachhaltigere und individuellere Begleitung auf den Weg in Berufsausbildung und Studium.

TalentKolleg Ruhr – Orientieren, Motivieren, Qualifizieren

Eng verzahnt mit dem Talentscouting ist das TalentKolleg Ruhr in Herne. Die bundesweit einmalige Kollegstruktur ermöglicht die gezielte Orientierung, Qualifizierung und Motivation von Jugendlichen aus weniger privilegierten Verhältnissen auf den Berufsstart. Das TalentKolleg Ruhr ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Mercator, der Universität Duisburg-Essen, der Westfälischen Hochschule und der Fachhochschule Dortmund zur Beratung und Qualifizierung von Bildungsaufsteiger*innen. Mehr als 400 Talente profitieren von der gezielten Förderung in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch.

FH und RWTH Aachen suchen mit Förderung des Landes talentierte Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne akademische Erfahrung in der Region Aachen.

Die RWTH Aachen und die FH Aachen werden am Donnerstag, 27. April 2017, um 13 Uhr im Generali-Saal des SuperC der RWTH, Templergraben 57, das Projekt Talentscouting offiziell starten. Das NRW-Wissenschaftsministerium stellt dafür bis 2020 jährlich bis zu 6,4 Millionen Euro, insgesamt mehr als 30 Millionen Euro zur Verfügung. Ministern Svenja Schulze nimmt am Kick-off teil, Näheres kann dem Programm unten im Downloadbereich entnommen werden.

Talentscouting Aachen ist ein Gemeinschaftsprojekt beider Hochschulen. Ziel ist es, Bildungs- und Chancengerechtigkeit von Kindern aus Familien ohne akademische Erfahrung in der Region Aachen, also Städteregion Aachen, Kreise Düren, Heinsberg und Euskirchen, zu fördern. Die Talentscouts möchten hierfür mit Berufskollegs, Gesamtschulen und Gymnasien kooperieren, um talentierte Schülerinnen und Schüler zu identifizieren und individuell im Übergang Schule-Beruf/Studium zu fördern.

Das Projekt, entwickelt an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, soll zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit führen. Im Herbst 2016 wurde das erfolgreiche Projekt aus dem Ruhrgebiet auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 14 NRW-Fachhochschulen und Universitäten an dem Programm.

Um talentierte Jugendliche aus Nichtakademikerfamilien zu fördern, schicken die RWTH und die FH Aachen in Kürze Talentscouts an Schu-len in der Region. Dazu fand im SuperC an der RWTH die Auftaktveran-staltung zum Talentscouting-Programm an den beiden Hochschulen statt. Die Aachener Hochschulen werden vom Land für das Projekt von 2017 bis 2020 mit insgesamt 1,2 Millionen Euro gefördert.


Über den Bildungsweg entscheiden hierzulande oft nicht Talent und Fä-higkeiten, sondern familiäre Hintergründe: Während acht von zehn aller Akademikerkinder studieren, beträgt der Anteil bei Kindern aus Nichtak-ademikerfamilien nur zwei von zehn, so die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes. Gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Svenja Schulze stellten gestern Vertreterinnen und Vertreter der RWTH und der FH Aachen ihr Projekt und das Talentscouting-Team vor.


„NRW braucht alle Talente. Ich freue mich sehr, dass wir das erfolgrei-che Pilotprojekt aus dem Ruhrgebiet auf ganz NRW ausweiten konnten. Für die sieben neu hinzu gekommenen Hochschulen stellt das Land zu-sätzlich acht Millionen Euro zur Verfügung. Gut investiertes Geld – denn Herkunft darf nicht über Zukunft entscheiden“, sagte Wissenschaftsmi-nistern Svenja Schulze.


Inzwischen haben fünf Talentscouts ihre Arbeit an den beiden Hoch-schulen begonnen. Vom Schuljahr 17/18 an werden sie an Schulen der Region – mit Unterstützung der Lehrkräfte – auf die Suche nach Talen-ten gehen. Konkrete Fragen zum Studienalltag beantworten sie dann bereits während der Schulzeit, ebenso wie Fragen zu Anforderungen in unterschiedlichen Studienfächern und zu Stipendien bzw. Finanzie-rungsmöglichkeiten. Die Scouts begleiten ihre Talente in der Schulab-schlussphase und unterstützen sie gegebenenfalls bei der Vorbereitung von Abschlussprüfungen. Auch während der Studieneingangsphase finden regelmäßig Treffen zur Klärung von Fragen statt.

"Talente willkommen!" – Unter diesem Motto startet das Talentscouting des Ministeriums für Innovationen, Wissenschaft und Forschung an der HHU und der Bergischen Universität Wuppertal (BUW). HHU-Prorektor Prof. Stefan Süß: "Schulen und Universitäten stehen zusammen in der Verantwortung, junge Talente zu entdecken."

Vertreterinnen und Vertreter der Universitäten Düsseldorf und Wuppertal stellten heute gemeinsam mit NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in Düsseldorf das Projekt "Talente willkommen!" vor: Gemeinsam werden die beiden Hochschulen in den kommenden vier Jahren ein Netzwerk von "Talentscouts" an Schulen der Region aufbauen und damit ihr bisheriges Beratungsangebot ergänzen.

"Schulen und Universitäten stehen zusammen in der Verantwortung, junge Talente zu entdecken, sie zu fördern und so einen erstklassig qualifizierten Nachwuchs an akademischen Fachkräften, Expertinnen und Experten auszubilden. Gerade die Gewinnung talentierter Studienanfängerinnen und -anfänger aus Familien mit Migrationshintergrund oder ohne akademische Erfahrung betrachten wir als herausragende Aufgabe auf dem Weg zu einer erhöhten Chancengerechtigkeit", sagt der Prorektor für Studienqualität und Personalmanagement der HHU, Prof. Dr. Stefan Süß, anlässlich des Programm-Starts. Sein Wuppertaler Kollege Prof. Dr. Andreas Frommer, Prorektor für Studium und Lehre der BUW, betonte das Vorgehen im Verbund der beiden Regionen: "Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Universität und dem Talentscouting systematisch die jungen Talente ermutigen können, die wir bisher nur schwer erreichen konnten."

Im Rahmen des im Ruhrgebiet bereits erfolgreichen Programms suchen und begleiten "Scouts" (Studienberater) – in enger Abstimmung mit allen am Studien- und Berufswahlprozess Beteiligten – talentierte Schülerinnen und Schüler. Dabei nehmen sie vor allem solche in den Fokus, die für sich ein Studium nicht in Erwägung ziehen würden – meist, weil ihnen das familiäre Vorbild fehlt. Die Scouts helfen dann den Talenten, das richtige Studium für sich zu finden, den Einstieg zu schaffen und stehen auch während des Studiums weiter unterstützend zur Seite.

Der Zusammenhang zwischen familiärer Herkunft und dem Bildungserfolg junger Menschen ist in Deutschland so groß wie in keinem anderen europäischen Land. Zuletzt zeigte die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes, dass insbesondere Kinder und Jugendliche aus Familien ohne akademische Erfahrung und mit bzw. oder Zuwanderungsgeschichte im stark selektiven deutschen Bildungssystem erhebliche Hürden zu überwinden haben und daher in den Hochschulen deutlich unterrepräsentiert sind: Lediglich 23 Prozent der Kinder von Nicht-Akademikern nehmen ein Hochschulstudium auf, bei Kindern von Akademikern sind es 77 Prozent.

Talentscouting in NRW:

In Deutschland entscheiden oftmals nicht vorhandene Talente über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe. Hier setzt das NRW-Talentscouting an. Ein zentrales Ziel des Programms ist es, jungen Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen, Bildungsstand oder Nachnamen der Eltern. Talentierte Jugendliche aus weniger privilegierten Verhältnissen werden ermutigt, sich ein Studium oder eine Berufsausbildung zuzutrauen und dabei unterstützt, diesen Weg erfolgreich zu bestehen.

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) stellt dafür bis 2020 jährlich bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung. Im Herbst 2016 wurde das Talentscouting auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 14 NRW-Hochschulen an dem Programm (Hochschule Bochum, Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Dortmund, Fachhochschule Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Hochschule Ruhr West, Westfälische Hochschule, Fachhochschule Aachen, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Technische Hochschule Köln, Universität zu Köln, Hochschule Ostwestfalen-Lippe (stellvertretend für den Hochschulverbund Ostwestfalen-Lippe und die Universität Bielefeld, Fachhochschule Bielefeld und Universität Paderborn) und Bergische Universität Wuppertal). Eine Jury wählte diese Hochschulen in einem landesweiten Ausschreibungsverfahren aus.

Die Stadt Herne ist die erste Kommune in Nordrhein-Westfalen, in der alle weiterführenden Schulen (Gymnasien, Berufskollegs und Gesamtschulen) mit dem Talentscouting kooperieren. Ziel des Talentscoutings ist es, jungen Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen, Bildungsstand oder Nachnamen der Eltern. Als Zeichen der aktiven Talentförderung überreichte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze Anfang März den zehn beteiligten Schulen im Herner Rathaus die Plakette „Schule im NRW-Talentscouting“.

„Ich freue mich sehr, dass die Herner Schulen Teil dieses tollen Projekts sind und so zu einer besseren Chancengerechtigkeit in unserem Bildungssystem beitragen. Eine Begabung ausschöpfen zu können, ist eine Frage der Gelegenheit. Die Talente sind da – man muss sie aber auch finden und fördern“, betont Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, während der Verleihung der Plaketten „Schule im NRW-Talentscouting“. Mit Unterstützung der Talentscouts der Westfälischen Hochschule wollen die Herner Schulen Schüler*innen eine professionellere, nachhaltigere und individuellere Begleitung auf dem Weg in Ausbildung und Studium bieten.

Herne hat Potenzial von Schüler*innen erkannt

Die Kommune beweist mit ihrem Engagement für Talente Modellcharakter für die Region und etabliert sich als wichtiger Treiber in der Talentförderung. Prof. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule, gratulierte den beteiligten Schulen und der Stadt zu ihrer Entscheidung fürs Talentscouting: „Es macht Spaß, zu sehen, wie unser Talentscouting-Ansatz in die Breite getragen wird und alle mit Herzblut für die arbeiten, um die es geht: die unentdeckten Talente.“
Eng verzahnt mit dem Talentscouting ist das TalentKolleg Ruhr in Herne. Die bundesweit einmalige Kollegstruktur ermöglicht die gezielte Orientierung, Qualifizierung und Motivation von Jugendlichen aus weniger privilegierten Verhältnissen auf den Berufsstart und Studieneinstieg. „Wir kommen unserem Ziel, in Herne eine lückenlose Bildungskette aufzubauen, immer näher. Uns ist es wichtig, alle Potenziale junger Menschen unabhängig von der Herkunft optimal zu heben“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.

Erfolgreiche Impulse für mehr Bildungsgerechtigkeit

Das Talentscouting-Projekt von Landesregierung und nordrhein-westfälischen Hochschulen wird auch dank des Engagements einzelner Städte zu einem immer größeren, nachhaltigen Erfolg. Sieben Hochschulen im Ruhrgebiet betreuen bereits jetzt mit 34 Talentscouts 150 Schulen. Im Herbst 2016 wurde das erfolgreiche Projekt aus dem Revier auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 14 nordrhein-westfälische Fachhochschulen und Universitäten an dem Programm.
Zentrale Anlaufstelle für die Beratung und Qualifizierung der NRW-Talentscouts ist das NRW-Zentrum für Talentförderung der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen.

Talentscouting
In Deutschland entscheiden oftmals nicht vorhandene Talente über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe. Hier setzt das NRW-Talentscouting an. Ein zentrales Ziel des Programms ist es, jungen Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen, Bildungsstand oder Nachnamen der Eltern. Talentierte Jugendliche aus weniger privilegierten Verhältnissen werden ermutigt, sich ein Studium oder eine Berufsausbildung zuzutrauen und dabei unterstützt, diesen Weg erfolgreich zu bestehen. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) stellt dafür bis 2020 jährlich bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung. Im Herbst 2016 wurde das Talentscouting auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 14 NRW-Hochschulen an dem Programm (Hochschule Bochum, Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Dortmund, Fachhochschule Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Hochschule Ruhr West, Westfälische Hochschule, Fachhochschule Aachen, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Technische Hochschule Köln, Universität zu Köln, Hochschule Ostwestfalen-Lippe (stellvertretend für den Hochschulverbund Ostwestfalen-Lippe und die Universität Bielefeld, Fachhochschule Bielefeld und Universität Paderborn) und Bergische Universität Wuppertal). Eine Jury wählte diese Hochschulen in einem landesweiten Ausschreibungsverfahren aus.

Ab 2017 doppelt so viele Talent-Hochschulen in NRW

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung teilt mit:

In der zweiten Runde des Talentscouting-Förderwettbewerbs wird die Zahl der Hochschulen in NRW, die am Talentscouting-Programm teilnehmen, verdoppelt. Zu den aktuell sieben Hochschulen im Ruhrgebiet kommen sieben weitere in ganz NRW: vier Universitäten und drei Fachhochschulen, die von 2017 bis 2020 vom Land NRW mit insgesamt acht Millionen Euro zusätzlich gefördert werden.

„Das Pilotprojekt Talentscouting an den Hochschulen im Ruhgebiet war und ist überaus erfolgreich. Nach einem Jahr mit überwältigenden Rückmeldungen aus den Schulen und von Eltern sowie den Talentscouts freue ich mich, dass wir dieses Angebot nun auf ganz NRW ausweiten können. Die Talente sind da, man muss sie aber auch finden und fördern‟, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

Nach ausführlicher Würdigung der vorliegenden Anträge kam die Jury zur Förderempfehlung folgender Hochschulen:

  • RWTH Aachen 1 Mio. Euro
  • FH Aachen 1 Mio. Euro
  • Universität Köln 1 Mio. Euro
  • TH Köln 1 Mio. Euro
  • FH OWL (für den Hochschulverbund OWL mit den Universitäten Bielefeld und Paderborn sowie den Fachhochschulen Bielefeld und OWL) 2 Mio. Euro
  • Universität Düsseldorf 800.000 Euro
  • Universität Wuppertal 1,2 Mio. Euro

Ziel der zweiten Förderrunde ist es, eine möglichst breite Verankerung des Talentscoutings zu erreichen und bereits vorhandene Hochschulkooperationen weiter zu stärken. Durch die Synergieeffekte in Kooperationen konnte die ursprünglich geplante Zahl von vier Hochschulen deutlich erhöht werden.

Neben der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen beteiligen sich aktuell sechs weitere Hochschulen (Ruhr-Universität Bochum, Hochschule Bochum, TU Dortmund und FH Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Hochschule RuhrWest) und schicken ihre inzwischen 30 Talentscouts in die Schulen des Ruhrgebiets. Bereits 75 Schulen kooperieren, im kommenden Schuljahr sollen es mehr als einhundert sein.

Anlaufstelle für die Talentscouts ist das NRW-Talentzentrum mit Sitz im ehemaligen Arbeitsgericht in Gelsenkirchen. Das NRW-Zentrum unter der Leitung von Marcus Kottmann und Suat Yilmaz ist die zentrale Anlaufstelle für die Beratung und Qualifizierung der NRW-Talentscouts und wird zukünftig auch Fort- und Weiterbildungen für Lehrer, Berufsberater, Ausbilder und Lehramtsstudierende anbieten.

Die Inhalte des Talentscouting-Programms entsprechen den Zielsetzungen der Initiative "Kein Kind zurücklassen!". Dieses richtungsweisende Modellvorhaben von Landesregierung und Bertelsmann Stiftung stellt Weichen für ein gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen – von der Kindheit bis zum Eintritt ins Berufsleben.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Telefon 0211 896-4790.

Dieser Pressetext ist auch über das Internet verfügbar unter der InternetAdresse der Landesregierung http://www.land.nrw

Das rund hundert Jahre alte historische Verwaltungsgebäude der Gelsenkirchener Gussstahl- und Eisenwerke AG steht symbolisch für die Stadt Gelsenkirchen als wichtiger Standort der Stahl- und Eisenindustrie. Zur Eröffnung gratulierten Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Frank Baranowski (Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen) sowie Prof. Dr. Bernd Kriegesmann (Präsident der Westfälischen Hochschule).

Das Talent-Zentrum im Stadtteil Gelsenkirchen-Ückendorf zu verorten, ist auch von integrativer Bedeutung: In Quartieren wie diesem leben viele junge Menschen aus weniger privilegierten Familien, denen sich das Talentscouting-Programm widmet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Talentscouting-Programms mobilisieren die Potenziale von Schülerinnen und Schülern und motivieren sie zu einem Übergang ins Studium oder die Berufsausbildung.

"Die Resonanz auf das Talentscouting ist so nachhaltig und beeindruckend, dass das Modell nach der ersten Pionierphase künftig auf ganz NRW ausgeweitet wird", sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. "Ich freue mich daher sehr, dass das Zentrum in den neuen Räumen einen Ort gefunden hat, in dem die Talentscouts sich austauschen, weiterbilden und dieses erfolgreiche Projekt weiter voranbringen können."

Prof. Bernd Kriegesmann sagte: "Die Westfälische Hochschule hat die Bildungsagenda erfolgreich um das Thema Talentscouting erweitert. Wir freuen uns, dass uns die Politik dabei unterstützt, und sind stolz darauf, dass mit dem NRW-Zentrum das Herzstück der landesweiten Talentförderung nun seinen Platz mitten in Gelsenkirchen haben wird."

"Dieser Ort in Gelsenkirchen ist ein besonderer. Hier wurde der Lebensunterhalt schon immer mit harter Arbeit verdient. Hier können die jungen Menschen Unterstützung gebrauchen. Diese erhalten sie jetzt durch das Talentzentrum", so Frank Baranowski. "Dass das Zentrum auch gut in unsere Integrierte Handlungsstrategie für den Umbau der Bochumer Straße passt, macht die Ansiedlung noch bedeutsamer."

"Für uns ist der neue Standort des NRW-Zentrums für Talentförderung von hoher Symbolkraft: Talentförderung findet hier an einem Ort statt, wo diejenigen, um die es geht, in besonders hoher Dichte vertreten sind – Talente, bei denen Potentiale für mehr Übergänge in die Berufsausbildung oder in ein Studium vorhanden sind", sagte Suat Y?lmaz, erster Talentscout in NRW und stellvertretender Leiter des Talentzentrums.

Das NRW-Zentrum ist mit dem Umzug in das ehemalige Arbeitsgericht die zentrale Anlaufstelle für die Beratung und Qualifizierung der NRW-Talentscouts und wird zukünftig auch Fort- und Weiterbildungen für Lehrer, Berufsberater, Ausbilder und Lehramtsstudierende anbieten.

Neben der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen beteiligen sich die Ruhr-Universität Bochum, die Hochschule Bochum, die Technische Universität und Fachhochschule Dortmund, die Universität Duisburg-Essen sowie die Hochschule RuhrWest mit inzwischen insgesamt 30 Talentscouts am Programm. Bereits 75 Schulen kooperieren, im kommenden Schuljahr sollen es mehr als einhundert sein. Zu den sieben beteiligten Hochschulen werden in einem zweiten Schritt vier weitere hinzukommen. Für sie alle wird eine Förderung in Höhe von jeweils bis zu 500.000 Euro pro Jahr vom Land zur Verfügung stehen.

Zusätzlich zur Servicestelle für Hochschulen werden die Leitung und Öffentlichkeitsarbeit des NRW-Zentrums, die Talentscouts der Westfälischen Hochschule, das Team für neue Förderkonzepte, sowie das assoziierte Schülerstipendienprogramm RuhrTalente ansässig sein. Das Zentrum bietet außerdem Platz für verschiedene Seminarräume, die von allen Talentscouting-Hochschulen und den Partner des NRW-Zentrums für Talentförderung genutzt werden können.

20 Vollzeitkräfte und fünf studentische Hilfskräfte ziehen mit dem NRW-Talentzentrum in die Räumlichkeiten. Die Mitarbeiterzahl wird mittelfristig auf bis zu 30 Vollzeitkräfte und 10 studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitert.

 

 

In der Anfangszeit war der Talentscout Suat Yilmaz noch auf sich allein gestellt. Doch in wenigen Jahren entstand aus dem Pilotprojekt der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen ein Erfolgsmodell, das mit Unterstützung des NRW-Wissenschaftsministeriums und des NRW-Schulministeriums schnell auf das ganze Ruhrgebiet ausgeweitet wurde und inzwischen bundesweit große Beachtung findet. Damit nicht genug: Die Resonanz an Schulen und Hochschulen ist so nachhaltig und beeindruckend, dass das Modell künftig auf ganz NRW ausgeweitet wird.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze stellte die Details des neuen Förderwettbewerbs für den Zeitraum 2017 bis 2020 im Rahmen des Jahreskongresses "Erfolgreich studieren" im Kölner KOMED vor. Zu den sieben Hochschulen, die derzeit die Protagonisten des Talentscouting-Projekts sind, werden im zweiten Schritt vier weitere hinzukommen. Für sie alle werden Fördersummen in Höhe von jeweils bis zu 500.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stehen.

Wissenschafts- und Schulministerium haben als Ziel die Entkoppelung von Herkunft und Bildungschancen gesetzt. Bisher entscheiden sich nur etwas mehr als 20 Prozent der Kinder aus Familien ohne akademische Erfahrung für ein Studium, bei Akademikerfamilien sind es dagegen fast 80 Prozent. "Schon diese Zahlen zeigen", sagte die Ministerin, "Talent, Begabung und beruflicher Lebensweg haben viel stärker mit einer passenden Gelegenheit zu tun als mit Genen. An dieser Stelle setzt unser Talentscouting an".

Die Talente sind da, man muss sie aber auch finden und fördern. Die Inhalte des Talentscouting-Programms entsprechen so auch den Zielsetzungen der Initiative "Kein Kind zurücklassen!". Dieses richtungsweisende Modellvorhaben von Landesregierung und Bertelsmann Stiftung stellt Weichen für ein gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen – von der Kindheit bis zum Eintritt ins Berufsleben.

Die Talentscouts sollen für die passende Gelegenheit sorgen, einen erfolgreichen Weg einschlagen zu können. Schulze: "Unsere Talentscouts machen jungen Menschen Mut, sich Entscheidungen für ihre Zukunft zuzutrauen. Sie bauen Brücken zu den richtigen Ansprechpersonen. Und sie begleiten über einen langen Zeitraum auch bei Schwierigkeiten und Zweifeln."

Neben der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen beteiligen sich bereits sechs weitere Hochschulen (Ruhr-Universität Bochum, Hochschule Bochum, Technische Universität Dortmund und Fachhochschule Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Hochschule RuhrWest) und schicken ihre inzwischen 30 Talentscouts in die Schulen des Ruhrgebiets. Aktuell machen bereits 50 Kooperationsschulen mit – Tendenz steigend, im kommenden Schuljahr werden es bereits mehr als 100 Schulen sein.

Schulministerin Sylvia Löhrmann betonte, dass die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schüler zu den wichtigsten Aufgaben von Schule gehöre, und erklärte: "Das Projekt Talentscouting ergänzt auf ideale Weise die bestehenden schulischen Förderangebote. Es unterstützt Schülerinnen und Schüler beim wichtigen Übergang von der Schule in Studium und Beruf. Das ist ein wertvoller Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit in unserem Bildungssystem."

Einschließlich der Koordinierungs- und anderer Supportstellen sind derzeit an den beteiligten Hochschulen etwa 40 Personen im Bereich Talentscouting beschäftigt. Mitte dieses Jahres wird sich die Zahl auf über 50 erhöhen. Das nordrhein-westfälische Zentrum für Talentförderung koordiniert die Talentscouts und hat ein einjähriges Qualifizierungsprogramm für neue Talentscouts entwickelt.

Zum Sommer wird das Zentrum in neue, zentrale Räumlichkeiten im ehemaligen Arbeitsgericht in Gelsenkirchen einziehen. Auch ein erstes großes Drittmittelprojekt konnte das Talentzentrum bereits einwerben: ein neuartiges Schülerstipendium mit einer Fördersumme von mindestens 1,4 Millionen Euro.

Die interessierten Universitäten und Fachhochschulen in der Trägerschaft des Landes, die staatlichen Kunst- und Musikhochschulen und die staatlich refinanzierten privaten Hochschulen des ganzen Landes können künftig eine Beteiligung am Talentscouting beantragen.

Das Talentscouting-Programm der Landesregierung und der Westfälischen Hochschule ist erfolgreich gestartet: Nach dem Vorbild des inzwischen bundesweit bekannten Talentscouts Suat Yilmaz sind seit Jahresbeginn 28 weitere Talentscouts an den Schulen im Ruhrgebiet unterwegs. Sie unterstützen begabte Jugendliche aus Nichtakademikerfamilien auf dem Weg zu einem erfolgreichen Studium.

Für den Ausbau des Talentscoutings stellt das Land jährlich bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Schulministerin Sylvia Löhrmann und Hochschulpräsident Prof. Bernd Kriegesmann haben ein Jahr nach dem Start des Programms eine erste Bilanz gezogen.

"Wir wollen Bildungsgerechtigkeit fördern und Hürden auf dem Weg in die Hochschule abbauen. Deshalb haben wir in NRW vor gut einem Jahr mit dem Ausbau des Talentscoutings begonnen", sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. "Seitdem ist viel passiert: Wir haben ein Zentrum für Talentförderung gegründet, weitere Hochschulen und Schulen mit ins Boot geholt und dafür gesorgt, dass Suat Yilmaz Verstärkung bekommt. Auf diese Erfolge können wir stolz sein. Wir sind damit bundesweit Vorreiter und Vorbild."

Neben der Westfälischen Hochschule, die das Förderkonzept entwickelt hat, beteiligen sich inzwischen sechs weitere Hochschulen am Talentscouting-Projekt (Hochschule Bochum, Ruhr-Universität Bochum, Fachhochschule Dortmund, Technische Universität Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Hochschule Ruhr-West). Sie haben sich über einen Wettbewerb der Landesregierung für das Programm qualifiziert – und die ersten Talentscouts eingestellt. Talentierte Jugendliche aus Nichtakademikerfamilien erhalten durch die Talentscouts individuelle Beratung und Betreuung – bei ihrem Weg zum Abitur, bei Studien- oder Berufswahl und beim Wechsel an eine Hochschule.

Schulministerin Sylvia Löhrmann begrüßte die Stärkung der systematischen Kooperationen zwischen Schulen und Hochschulen durch das Projekt. "Das Talentscouting passt gut zum Landesvorhaben ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘. Im Sinne individueller Förderung wird genau geschaut, was zu der einzelnen Schülerin oder dem einzelnen Schüler passt und welche Potenziale sie haben. Unser Ziel ist, dass das Elternhaus, das Portemonnaie oder die Herkunft keine Rolle spielen für den Bildungserfolg. Alle sollen die gleichen Chancen auf erfolgreiche Bildungsbiografien haben."

Die 28 neuen Talentscouts sind – unterstützt vom Team der Westfälischen Hochschule – bereits an den Kooperationsschulen im Einsatz. Die Zahl der kooperierenden Schulen ist deutlich angestiegen: 50 Gesamtschulen, Berufskollegs und Gymnasien sind mittlerweile Partner im Talentscouting.

Als zentrale Servicestelle für die beteiligten Hochschulen wie auch als Anlaufstelle für die Schulen ist an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen das NRW-Zentrum für Talentförderung gegründet worden. Das Zentrum unterstützt und berät, bündelt Wissen und organisiert einen kontinuierlichen Erfahrungstransfer. Die neuen Scouts absolvieren hier ein einjähriges Fortbildungsprogramm.

Marcus Kottmann, bisher verantwortlich für strategische Projektentwicklung an der Westfälischen Hochschule, und Talentscout Suat Yilmaz haben im September die Leitung des Zentrums übernommen. 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bereits eingestellt worden, Mitte des Jahres sollen es 25 sein.

"Es macht schon Spaß, zu sehen, wie unser Talentscouting-Ansatz in die Breite getragen wird und alle mit Herzblut für die arbeiten, um die es geht: die unentdeckten Talente", sagte Prof. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule.

2017 kommen weitere Hochschulen hinzu. Die 2. Runde des Förderwettbewerbs wird 2016 ausgeschrieben.

Zum Hintergrund:
In Deutschland entscheiden oftmals nicht die Talente und Fähigkeiten über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe: Während 77 Prozent aller Akademikerkinder studieren, beträgt dieser Anteil bei Kindern aus Nichtakademiker-Familien nur 23 Prozent. Dies geht aus der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) hervor. Wer in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, hat oft wenig Vertrauen in die eigenen Stärken und glaubt trotz guter Noten nicht an vorhandene Aufstiegschancen.

Förderung des Talentscoutings
Für den Ausbau des Talentscoutings stellt das Land jährlich bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Davon entfallen auf

  • die Servicestelle Gelsenkirchen 1,5 Millionen Euro/Jahr
  • die teilnehmenden Hochschulen bis zu 4,5 Millionen Euro/Jahr
  • wissenschaftl. Begleitung/administrative Kosten 400.000 Euro/Jahr
  • Jede Hochschule erhält bis zu 500.000 Euro pro Jahr.

2015 wurden zunächst sechs Hochschulen ausgewählt. 2015 und 2016 entfallen jährlich ca. 2,5 Millionen Euro auf die teilnehmenden Hochschulen.

2017 können vier weitere Hochschulen hinzukommen.
Ab 2017 entfallen jährlich ca. 4,5 Millionen Euro auf die teilnehmenden Hochschulen.