Chaiyasit

Talente erzählen ihre Geschichte

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Chaiyasit ist im Alter von acht Jahren mit seiner Mutter und seinem drei Jahre älteren Bruder von Thailand nach Deutschland gezogen. Seine Mutter hat trotz Sprachbarriere schnell einen Job als Schneiderin in Castrop-Rauxel bekommen. „Sie hat immer viel gearbeitet. Schließlich musste sie sich alleine um mich und meinen Bruder kümmern“, erinnert sich Chaiyasit.

Für ihn sei es wichtig, Menschen zu helfen und Gutes zu tun. Nur so könne er auch selbst zufrieden sein.

Er selbst ging ein Jahr lang in die Auffangklasse einer Grundschule in Castrop-Rauxel, danach in die reguläre dritte Klasse und bekam dann sogar eine Empfehlung fürs Gymnasium. „Ich bin immer gerne zur Schule gegangen. Vor dem Gymnasium hatte ich Respekt, aber es hat zum Glück alles gut funktioniert.“ Seine Lieblingsfächer waren schon immer Mathe und Physik. Aufgrund dessen hat er sich nach dem Abitur für ein Physik-Studium an der Ruhr-Universität Bochum entschieden. „Mein Ziel ist es, in die Wirtschaft zu gehen. Ich möchte in einem Unternehmen arbeiten, das sich mit erneuerbaren Energien befasst. Das Thema Umwelt liegt mir sehr am Herzen. Besonders interessiere ich mich zurzeit für organisches Licht. Das finde ich sehr spannend.“

Um sein Studium zu finanzieren, hat Chaiyasit zunächst BAföG beantragt, außerdem putzt er schon seit seiner Schulzeit in der Schneiderei in der seine Mutter arbeitet und gibt Nachhilfe. „Jetzt habe ich ein Stipendium bei der Hans-Böckler-Stiftung bekommen. Ich hatte Glück, da ich bei der Talentförderung viel Unterstützung bei der Bewerbung bekommen habe. Die Stipendienberatung hat mir geholfen, die richtige Stiftung für mich zu finden und meine Nervosität in den Griff zu bekommen. Die Gespräche waren sehr intensiv und detailliert.“

Das Stipendium hat Chaiyasit nicht nur aufgrund seiner guten Noten bekommen, sondern auch weil er sich ehrenamtlich engagiert. Seit 2006 ist er bei der freiwilligen Feuerwehr, er gibt Kindern Querflöten-Unterricht und hilft im buddhistischen Tempel in Moers bei Veranstaltungen aus. Darüber hinaus hat er sich lange um seine schwerkranke Nachbarin und seine Großtante gekümmert. „Ich habe Gartenarbeiten oder Einkäufe für sie übernommen. Das hat mir immer Spaß gemacht.“ Für ihn sei es wichtig, Menschen zu helfen und Gutes zu tun. Nur so könne er auch selbst zufrieden sein.

Das Geld, das er nun durch das Stipendium bekommt, ist eine große Erleichterung für den Studenten, der mit seinem Bruder in einer WG in Castrop-Rauxel wohnt und in Bochum studiert. Beide versuchen ihr Leben möglichst unabhängig zu gestalten. „Meine Mutter hat uns so viel gegeben. Jetzt sind wir an der Reihe“, meint der angehende Physiker. Auch wenn er durch das Stipendium finanzielle Unterstützung erfährt, geht der Student weiter putzen und auch seinen Job als Nachhilfelehrer will er nicht an den Nagel hängen. „Ich mag es, anderen Menschen etwas beizubringen. Wer weiß, vielleicht lande ich irgendwann doch noch in der Lehre. Es ist schön zu wissen, dass ich so viele Möglichkeiten habe.“