Gaye

Talente erzählen ihre Geschichte

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Gayes Interessen reichen von Kickboxen und Tanz über Psychologie bis hin zum Erlernen exotischer Sprachen. „Ich bringe mir vieles selbst bei. Meine Bildung und die meiner Brüder ist mir sehr wichtig.“ Das war nicht immer so, erklärt die Schülerin weiter. Vor der 8. Klasse hatte sie wenig Lust auf Pauken, doch dann änderte ein Schlüsselerlebnis ihre Einstellung. „Ich wurde krank und konnte knapp drei Monate nicht in den Unterricht. In dieser Zeit habe ich viel nachgedacht und mir ist klar geworden, wie wichtig mir eine erfolgreiche Zukunft ist.“

Gaye lebt mit ihrer Mutter und ihren zwei jüngeren Brüdern in Gelsenkirchen. Hier besuchte sie auch die offene Ganztags-Grundschule und ging im Anschluss auf die Realschule. Dank ihrer guten Noten konnte sie nach Abschluss der 10. Klasse problemlos auf die Gesamtschule Berger Feld wechseln, um ihr Abitur zu machen. „Ich hatte schon in der Grundschule eine Gymnasialempfehlung, habe es mir aber nicht zugetraut. Ich hatte lange Zeit wenig Selbstbewusstsein“, erklärt die Deutsch-Türkin. Gayes Mutter ist gelernte Einzelhandelskauffrau, arbeitet aber aufgrund gesundheitlicher Probleme schon seit einigen Jahren nicht mehr und kümmert sich als Frührentnerin um den Haushalt. Ihre Tochter unterstützt sie nach der Schule bei der Hausarbeit. Zu ihrem Vater hat Gaye keinen Kontakt mehr.

„Ich wurde krank und konnte knapp drei Monate nicht in den Unterricht. In dieser Zeit habe ich viel nachgedacht und mir ist klar geworden, wie wichtig mir eine erfolgreiche Zukunft ist.“

Auf der Gesamtschule fühlt sich die Gelsenkirchenerin sehr wohl, sie möchte ein sehr gutes Abitur machen, um im Anschluss mehr Möglichkeiten bei der Studienwahl zu haben. „Mein Talentscout hat mir gerade ermöglicht, in das Fach Kriminologie zu schnuppern. Dafür war ich an der Ruhr-Universität in Bochum. Schon die Uni und den Campus nur mal zu sehen, war für mich schon sehr spannend. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin mir aber noch nicht ganz sicher, ob es Kriminologie wird. Psychologie und Jura sind für mich auch noch interessant.“ Gayes großer Traum ist es, im englischsprachigen Ausland zu studieren. In ihrer Freizeit beschäftigt sich das nachdenkliche Mädchen mit Sprachen. Neben ihrer zweiten Muttersprache Türkisch sowie Englisch und Italienisch, welche sie in der Schule lernt, widmet sich Gaye in ihrer Freizeit asiatischen Sprachen. Japanisch, Koreanisch und Chinesisch in Wort und Schrift stehen auf ihrem selbst auferlegten Stundenplan. „Am besten kann ich Japanisch. Ich bringe mir die Sprachen mit kostenlosen Apps oder Büchern bei.“ Außerdem schaut sie mittlerweile auch Filme auf Japanisch. „Ich habe damit angefangen, weil ich sehr spät erfahren habe, dass ich chinesisch/mongolische Wurzeln habe. Das hat dann auch endlich erklärt, warum ich so asiatisch aussehe. Dadurch kam mein Interesse für die asiatischen Sprachen“, erklärt sie und lacht.

Neben ihrem Sprachen-Hobby liest Gaye gerne, vor allem wissenschaftliche Texte mit psychologischen Themen. „Ich möchte wissen, warum Menschen wie handeln. Für mich selbst und um anderen zu helfen. Das ist sowieso mein Ziel, egal was ich im Leben beruflich oder privat mache, ich möchte immer mein Bestes geben, ein guter Mensch sein und anderen helfen.“