Jens

Talente erzählen ihre Geschichte

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Jens war bis zur Oberstufe kein Musterschüler. „Ich hatte einen Schnitt von 2,8 und wusste nicht, was ich nach der Schule damit machen sollte“, erzählt der 20-Jährige. Nach der Grundschule ging der gebürtige Marl-Polsumer erst auf ein Gymnasium. Er hatte aber Startschwierigkeiten und wechselte nach einem Jahr auf die Realschule. Jens‘ Vater ist Chemikant, seine Mutter Hausfrau. Die ältere Schwester studiert mittlerweile in den Niederlanden, seine jüngere Schwester bereitet sich auf das Abitur in diesem Jahr vor. Jens ist der erste aus seiner Familie, der studiert. Der Weg dorthin war kurvenreich.

„Mein Talentscout glaubte mir. Er sagte, dass es nie zu spät sei. Ich merkte, er hat die Einstellung, dass ich das schaffen kann und nicht nur rede. Das hat mich noch mehr motiviert.“

Nach dem Realschulabschluss machte Jens die schulische Ausbildung zum Informationstechnischen Assistenten am Berufskolleg für Technik und Gestaltung in Gelsenkirchen. Auch hier waren seine Noten nicht sehr gut. Er stand sogar kurz davor, sitzenzubleiben. In der 12. Klasse dachte er darüber nach, sich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. „Ich war mir sicher, dass ich nichts finden würde.“ Er entschied, dass er es in der Hand hat und begann intensiv für die Schule zu lernen. Und es klappte, Jens verbesserte sich innerhalb von nur einem Halbjahr auf einen Einser-Notenschnitt. In dieser Zeit ging er in die Sprechstunde der Talentförderung an seiner Schule. „Ich wollte mir einfach mal anhören, was es für Möglichkeiten gibt.“ Er zeigte sein Zeugnis aus der 12. Klasse vor und betonte, dass er sich gerade anstrenge, die Noten zu verbessern. „Mein Talentscout glaubte mir. Er sagte, dass es nie zu spät sei. Ich merkte, er hat die Einstellung, dass ich das schaffen kann und nicht nur rede. Das hat mich noch mehr motiviert.“ Gemeinsam erarbeiten sie Jens‘ Ziele, er wollte Informatiker werden. Er besucht Kurse bei Talente_schreiben, um sich auf die schriftsprachlichen Anforderungen des Studiums vorzubereiten und schaut sich das Studienangebot der Westfälischen Hochschule genauer an. „Früher wäre ich einfach Zuhause geblieben.“ Auf dem Hochschulinformationstag informierte er sich bei der Stipendienberatung über die Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits Jahrgangsbester am Berufskolleg und bewarb sich um ein Deutschlandstipendium.

Jens schrieb sich für Informatik an der Westfälischen Hochschule ein und erhielt noch im ersten Semester ein Deutschlandstipendium von der Stiftung Mercator als Studienpionier. „Ich hätte nie gedacht, dass sich das alles so entwickelt – dass ich mich so entwickle.“ Auch im Studium gehört Jens zu den Besten seines Studiengangs. In seiner Freizeit geht er gern ins Fitnessstudio und programmiert Apps und Desktopanwendungen für Computer. Außerdem arbeitet Jens als Pizzabote in Marl. „Das ist ein super Nebenjob, ich habe immer genug Zeit zum Lernen.“ Denn mittlerweile ist er richtig ehrgeizig geworden: Er möchte gute Noten schreiben und hat bisher alle Klausuren im ersten Versuch bestanden. Vor jeder Klausurphase hat er immer noch Sorge, eine Klausur nicht zu bestehen. „Ich bin ein richtiger Perfektionist.“ Für die Zukunft hat er auch schon Pläne gemacht. „Ich möchte meinen Master machen und dann einen guten Job finden, bei einer Firma, wo ich mich wohlfühle.“