Ansatz

In Deutschland entscheiden oftmals nicht vorhandene Talente über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe: Während 74 Prozent aller Akademiker*innenkinder studieren, ist dies bei Kindern aus Familien ohne akademische Traditionen umgekehrt: 79 Prozent studieren nicht.

Impulse für mehr Bildungsgerechtigkeit

Auch die Teilhabe an beruflichen Ausbildungsgängen ist in starkem Maße davon abhängig, ob die Eltern Arbeit haben, ein hohes Einkommen besitzen oder, ob sie zugewandert sind oder nicht. Wer in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, hat oft wenig Vertrauen in die eigenen Stärken und glaubt trotz guter Noten nicht an vorhandene Teilhabechancen.

Weitere Hochschulen aus ganz Nordrhein-Westfalen werden sich am Talentscouting beteiligen.

Um Impulse für mehr Bildungsgerechtigkeit zu setzen und neue Ansätze zur Aktivierung und Mobilisierung bislang unzureichend erschlossener Talente zu generieren, hat die nordrhein- westfälische Landesregierung im September 2015 mit der Westfälischen Hochschule das NRW- Zentrum für Talentförderung gegründet. In einem ersten Schritt wurde nach dem Vorbild des inzwischen bundesweit bekannten Talentscouts Suat Yılmaz das NRW-Talentscouting auf sechs weitere Ruhrgebietshochschulen ausgeweitet. Neben der Hochschule Bochum und der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Fachhochschule Dortmund haben die Hochschule Ruhr West und die Universität Duisburg-Essen inzwischen eigene Talentscouting-Strukturen aufgebaut. Heute sind über 60 Talentscouts an knapp 200 Berufskollegs, Gesamtschulen und Gymnasien des Ruhrgebiets unterwegs. Im Mai 2016 hat das damalige Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen die zweite Förderrunde des NRW-Talentscoutings für den Zeitraum 2017 bis 2020 ausgeschrieben. Weitere Hochschulen aus ganz Nordrhein-Westfalen haben nun die Gelegenheit, sich an dem erfolgreichen Projekt zu beteiligen. Jede Hochschule erhält bis zu 500.000 Euro pro Jahr. Die Gewinner der zweiten Wettbewerbsrunde wurden auf dem NRW-TalentForum 2016 in Essen bekannt gegeben. Dabei sind: die Fachhochschule Aachen, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Technische Hochschule Köln, die Universität zu Köln, die Hochschule Ostwestfalen-Lippe (für den Hochschulverbund OWL) und die Bergische Universität Wuppertal.

Das NRW-Zentrum für Talentförderung unterstützt die Partnerhochschulen als zentrale Servicestelle bei der Gestaltung und Umsetzung ihrer Talentscoutingprogramme, berät diese und organisiert einen Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren. Das Zentrum professionalisiert die Arbeit der Talentscouts durch ein einjähriges Weiterbildungsprogramm. Außerdem entwickelt es Formate der Talentförderung weiter und beschäftigt sich mit der Erarbeitung von Konzepten und Instrumenten, um Talente in Schule, Hochschule und Berufsausbildung besser zur Entfaltung zu bringen.